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Modell- und Formenbau
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Offener Brief an Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer

Im Juli 2015 unterzeichneten Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, und Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), eine „Gemeinsame Erklärung Handwerk - Spitzengespräch zum Branchendialog“. Der Bundesverband Modell- und Formenbau nimmt die diesjährige Internationale Handwerksmesse in München zum Anlass, in einem Offenen Brief an die zügige Umsetzung dieser gemeinsamen Erklärung zu erinnern.

Sehr geehrter Herr Gabriel,
sehr geehrter Herr Wollseifer,

im Rahmen der Eröffnungsfeier zur diesjährigen Internationalen Handwerksmesse und bei den Besuchen von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesminister Alexander Dobrindt und der Parlamentarische Staatssekretärin beim BMWi Iris Gleicke auf dem Messestand unseres Verbandsmitgliedes Maximilian Lörzel, Geschäftsführer der Schröter Modell- und Formenbau GmbH, konnten wir einer breiten Öffentlichkeit die technologischen Entwicklungen und den aktuellen Stand der Digitalisierung in der Modell- und Formenbaubranche präsentieren. Wir bedanken uns ganz herzlich bei all denen, die uns diese Gelegenheit dazu gegeben haben!

Wir wenden uns heute mit der Bitte an Sie, an der Umsetzung der von Ihnen am 7. Juli 2015 in Berlin unterzeichneten > Gemeinsamen Erklärung Handwerk - Spitzengespräch zum Branchendialog mit ganzer Kraft weiter zu arbeiten. Insbesondere die Punkte „Digitalisierung – Netzausbau in ländlichen Räumen“ und „Investitionen/Finanzierung“ sind für die Betriebe unserer Branche von existenzieller Bedeutung.

Digitalisierung – Netzausbau in ländlichen Räumen

Ein hoher Digitalisierungsgrad wie im Betrieb Schröter erzeugt zwangsläufig viele  Daten, die typischerweise zwischen Betrieb, Lieferanten und Kunden ausgetauscht werden müssen. Dies setzt eine entsprechende Netzinfrastruktur voraus. In der o.g. Erklärung heißt es dazu: „Eine unabdingbare Voraussetzung, um die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, ist gerade für kleine und mittlere Betriebe in ländlichen Regionen ein schneller Internetzugang. Nur bei einer flächendeckenden Breitbandversorgung können sie dazu beitragen, dass ländliche Räume zu Zukunftsregionen werden.“

Die Realität sieht leider erschreckend anders aus. Eindrucksvoll schilderte Maximilian Lörzel in Gesprächen mit seinen prominenten Standbesuchern, dass wegen fehlender Übertragungskapazitäten in seiner Region die Lösung, Daten auf einen Stick zu ziehen und per PKW zu seinen Kunden zu bringen, oft die schnellere Variante ist. Viele Betriebe verstehen nicht, dass gerade in den Gewerbegebieten, dort wo große Datenmengen übertragen werden müssen, der Breitbandausbau völlig vernachlässigt wird und stattdessen in Wohngebieten der Breitbandausbau vorrangig betrieben wird. Hier besteht dringender Handlungsbedarf auf Seiten der für den Netzausbau verantwortlichen Stellen.

Investitionen / Finanzierung

Für die meisten Modell- und Formenbaubetriebe ist die Kombination aus kleiner Belegschaft (Durchschnitt 13, Quelle: ZDH) und hohem Investitionsbudget in Maschinen und Anlagen typisch. Entsprechend gering ist der Eigenkapitalsockel und groß der Bedarf nach passgenauen Finanzierungshilfen und Steuermodellen. Hierzu heißt es in der gemeinsamen Erklärung: „Ausdrücklich hervorgehoben wird die Notwendigkeit zur Stärkung von Liquidität und Eigenkapital der Betriebe, etwa durch eine zeitgemäße und dem Stand der Technik entsprechende Anpassung der Abschreibungszeiträume, eine Verkürzung von Abschreibungszeiträumen und eine verbesserte Abschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter.“

Auch hier besteht noch Handlungsbedarf, um die derzeit unbefriedigenden Investitionsbedingungen für KMUs zu verbessern. Dazu gehört die Flexibilisierung des §34a EStG mit passgenauen Abschreibungen und Thesaurierungen ebenso wie die steuerlich begünstigte Rücklagenbildung für Abfindungszahlungen und die Rücknahme der Vorfälligkeit von Zahlungen für Krankenkassen.

Im Interesse nicht nur unserer Branchenbetriebe, sondern des gesamten Handwerks wünschen wir Ihnen weiterhin gutes Gelingen bei der Umsetzung der gemeinsamen Erklärung mit dem Ziel, zur ersten Evaluierung im Sommer dieses Jahres eine positive Zwischenbilanz ziehen zu können. Bitte teilen Sie uns mit, welchen Beitrag zur Zielerreichung unser Verband gegebenenfalls leisten kann.

Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing. Ulrich Hermann, Präsident

Dortmund, 3. März 2016

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> Antwortschreiben des ZDH vom 10. März 2016

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Impressionen von der Eröffnungsfeier der IHM 2016 in München und Politiker-Besuchen auf dem Messestand unseres Verbandsmitgliedes Maximilien Lörzel (zum Download der hochauflösenden Fotos auf die Bilder klicken):

Bild 1 (Quelle: BVMF, P. Gärtner): Maximilian Lörzel (re.) im Gespräch mit Moderatorin Astrid Frohloff und den Geschäftsführern der Tischlerei Eigenstetter GmbH Axel und Martin Eigenstetter während der Eröffnungsfeier zur IHM 2016.

Bild 2 (Quelle: BVMF, P. Gärtner): Maximilian Lörzel (li.) beschreibt ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer, Moderatorin Astrid Frohloff und den 1.500 geladenen Gästen den hohen Digitalisierungsgrad seines Betriebes und die Problematik, die dabei entstehenden großen Datenmengen wegen unzureichender Netzinfrastruktur mit Kunden und Lieferanten nicht adäquat austauschen zu können.

Bild 3 (Quelle: BVMF, P. Gärtner): Ministerpräsident Horst Seehofer freut sich über die Einladung von Maximilian Lörzel, beim obligatorischen Messerundgang Halt an seinem Messestand in Halle C2 zu machen.

Bild 4 (Quelle: BVMF, P. Gärtner): Maximilian Lörzel schildert Ministerpräsident Horst Seehofer die äußerst unbefriedigende Situation bezüglich seiner Internetanbindung im Neubau-Industriegebiet Oberpframmern nahe München.

Bild 5 (Quelle: BVMF, P. Gärtner): BMWi-Staatssekretärin Iris Gleicke zeigt sich beeindruckt von den Möglichkeiten additiver Fertigungsverfahren, wie sie bei der Schröter Modell- und Formenbau GmbH und vieler anderer Modell- und Formenbaubetriebe zum Einsatz kommen. Aufmerksame Zuhörer sind ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer (re.) und Prof. Ulrich Weinberg, Leiter der School of Design Thinking in Potsdam.

Bild 6 (Quelle: GHM): Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, lässt sich von Maximilian Lörzel die unbefriedigende Situation hinsichtlich seiner Internetanbindung im Detail schildern. Anschließend geht's zum Erinnerungsfoto ins Showcar.

Bild 7 (Quelle: HWK Mü, M. Schuhmann): Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel macht auf ihrem Messerundgang ebenfalls Station auf dem Messestand der Schröter Modell- und Formenbau GmbH.

Bild 8 (Quelle: HWK Mü, M. Schuhmann): Maximilian Lörzel erläutert der Bundeskanzlerin am Beispiel eines 3D-gedruckten Anschauungsmodells, welche Vorteile die Digitalisierung im Handwerk und insbesondere im Modell- und Formenbau mit sich bringt.

Bild 9 (Quelle: HWK Mü, M. Schuhmann): Maximilian Lörzel, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer stellen sich nach dem Münchener Spitzengespräch der Deutschen Wirtschaft auf dem Messestand der Schröter Modell- und Formenbau GmbH den Fotografen.


10.03.2016 Alter: 1 Jahre
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