Handwerkliche Zulieferbetriebe stärken / ZDH-Strategiekreis legt Positionspapier vor

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Seit Mitte 2021 hatte ein Strategiekreis unter Leitung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) die besondere Situation handwerklicher Zulieferbetriebe an die Industrie untersucht. Im Dezember 2023 wurde das Ergebnis dieser Untersuchungen in Form eines Positionspapiers veröffentlicht.

Auf Initiative und unter Mitwirkung des Bundesverbandes Modell- und Formenbau hatte sich Mitte 2021 beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ein Strategiekreis gebildet mit dem Ziel, die besondere Situation und die Rahmenbedingungen handwerklicher Zulieferbetriebe an die Industrie zu untersuchen.

Umfassende Analyse
Bereits zur BVMF-Mitgliederversammlung 2022 in Münster hatte Sebastian Schulte, ZDH-Geschäftsführer, eine umfassende Analyse der besonderen Situation handwerklicher Zulieferer präsentiert (m+f 3/2022 S. 6). Solche Betriebe produzieren Vor- und Zwischenprodukte einschließlich der damit erforderlichen Dienstleistungen für andere Unternehmen in wichtigen Zukunftsbranchen wie der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie, der Medizintechnologie oder der Energiewirtschaft. „Zu den Zulieferhandwerken gehören dabei vor allem jene Gewerke, die technische Investitionsgüter herstellen, unter anderem eben auch Modell- und Formenbauer“, erklärt Peter Gärtner, der als Vertreter des BVMF dem Strategiekreis angehörte. Oft legt ihre Arbeit erst die Basis für die Exporterfolge der Industrie. Sie sind somit unverzichtbar für die deutsche Volkswirtschaft.

Sechs Handlungsfelder
Dabei stehen die handwerklichen Zulieferbetriebe vor großen Herausforderungen in einem weltweiten Transformationsprozess: Digitalisierung, der Umbau der Energieversorgung,  sowie die Umsetzung von mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit erfordern eine Anpassung und Umstellung der Produktionsprozesse und damit langfristig wirkende und kostenintensive Investitionen. Die meisten Zulieferbetriebe sehen sich selbst in der Verantwortung, den Strukturwandel zu bewältigen. Allerdings brauchen sie dafür geeignete Rahmenbedingungen und Unterstützung.
Der Strategiekreis hat in mehreren Arbeitssitzungen zusammen mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen herausgearbeitet, dass wirtschafts- und finanzpolitischer Handlungsbedarf in sechs Handlungsfeldern besteht, um die Zuliefererbetriebe im Transformationsprozess zu unterstützen. Diese sind in nun Positionspapier des ZDH-Präsidiums zusammengefasst: Finanzierung, Kunden-/ Lieferantenbeziehungen, Zugang zu Märkten, Compliance und Reporting, Circular Economy sowie Inovationsförderung, Beratung und Innovationsbegleitung.

Verhandlungen mit der Industrie
In den kommenden Wochen und Monaten wird der ZDH in geeigneten Formaten unter anderem mit den Industrieverbänden in einen Dialog treten, um ein neues Grundverständnis der Kunden-Lieferanten-Beziehung zu erarbeiten und neue „Spielregeln“ zu verhandeln. Als ein konkreter Termin ist die Hannover Messe mit entsprechender Medienwirksamkeit im Fokus. Das Positionspapier steht zum freien Download zur Verfügung.


> Download des Positionspapiers